Ist Radjo Monk Yogalehrer, Bewegungstrainer und Therapeut?

Jedenfalls sind das die Rollen, in die er wahlweise schlüpft, um Poesie und Ironie so zu kombinieren, dass das Eine vom Anderen nur schwer zu unterscheiden ist. 

Auf witzige Art löst der Autor Knoten; schafft Erleichterung, ohne mit dem Finger auf Jemanden oder auf Etwas zu zeigen. Fällt keine moralischen Werturteile. Überlässt alles den Engeln bzw. dem Leser – bei ihm fast das Gleiche.


Als Dimensionswanderer ist der Autor in verschiedenen Sphären zu Hause und vermittelt alles so selbstverständlich, dass man bei der Lektüre spürt, wie das eigene Potential zu vibrieren beginnt. Für den Leser, der die subtilen Spannungsbögen nachvollzieht, fällt Erkenntnis in eins mit einem erlösten Lachen. Der Wunsch nach Hilfe in jeder Lebenslage hat dazu geführt, dass man in Druckerzeugnissen wie im Kaffeesatz liest. Berührungspunkte zwischen individuellen Glücksanspruch und öffentlicher Wahrnehmung werden von Radjo Monk eher beiläufig durchbuchstabiert und persiflieren im gestischen Nachvollzug den täglich millionenfachen Griff nach Medien, die Antworten suggerieren.


Die Zeitqualität macht dem Einzelnen immer öfter bewusst, dass Absicherungen Ungemach nicht verhindern können und die Erfüllung materieller Ansprüche keine dauerhafte Befriedigung zu erzeugen vermag. Radjo Monks Texte treffen genau den Punkt, an den innere, noch unartikulierte Fragen drängen.


Monk verdrahtet Ort und Ereignis zur Schlagzeile, zieht aber einen doppelten Boden ein: Können wir ohne Bilder denken? Was, wenn die Bilder uns denken? Keine Angst – philosophische Aspekte dürfen im Konstrukt zwar eine tragende Rolle spielen, aber es nicht beherrschen. Genau dadurch wird das Schillern zwischen Poesie und  

Lebensberaterpose zum Funkeln gebracht. 



Radjo Monk, Herausgegeben von Edith Tar, Satz von Sylvain Mazas, koptische Bindung,

144 Seiten, 13 x 14 cm


ISBN: 978 3-936311-74-7